Masdar- Erste Ökologische Stadt der Welt in den VAE

Masdar Bild vergrößern (© Masdar/UAE)

Bekannte deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die auf Grund langjähriger Erfahrung Spitzenverfahren der Umwelttechnologie und Energienutzung entwickeln, beteiligen sich an Auf- und Ausbau des zukunftsweisenden MASDAR Vorhabens (Abu Dhabi Future Energy Company) in Abu Dhabi.

Die Regierung in Abu Dhabi hat sich in einer zukunftsweisenden politischen Grundsatzentscheidung auf eine Vorreiterrolle bei der Förderung Erneuerbarer Energien festgelegt. Getragen wird seit 2006 die strategische Neuausrichtung der VAE von der staatlichen MASDAR-Initiative zur Förderung erneuerbarer Energien (Projektvolumen ca. 16 Mrd. USD). Abu Dhabi will bis 2015 zum globalen Marktführer in deren Erforschung und Anwendung werden. Bestandteile dabei sind mehrere Fonds zur Finanzierung von Unternehmensbeteiligungen. Finanzielle Beteiligung an EE-Unternehmen weltweit über den 2006 aufgelegten „Clean Tech Fund“ (250 Mio. US$, mit Siemens Beteiligung) als Portfolio an weltweiten Direktinvestitionen, darunter bereits einige Investitionen in D. Daneben haben Deutsche Bank (50 Mio US$), Siemens (50 Mio. US$) einen zweiten Investmentfond den „DB MASDAR Clean Technology Fond“ aufgelegt (265 Mio. US$). Kern- und Schaustück des Großprojekts MASDAR ist eine emissions- und abfallfreie Sonderwirtschaftszone, Clean Development Mechanism-Vorhaben sowie ein Forschungs- und Bildungszentrum (MASDAR Institute for Science & Technology, internationale Graduiertenprogramme ab Sept. 2010). Die Grundsteinlegung für die erste ökologische Stadt weltweit MASDAR City fand am 9.2.2008 statt. Dieses bereits im Frühjahr 2007 initiierte, vom britischen Star Architekten Norman Foster geplante Stadtprojekt soll auf 6,5 km² 50.000 Menschen Platz zum Wohnen, zusätzlich 40.000 zum Arbeiten, und für Freizeit bieten, vollständig durch erneuerbare Energien versorgt und damit vollständig CO² (und Abfall) neutral sein, den Status einer Sonderwirtschaftszone erhalten und bis zu 1.500 Unternehmen, v. a. im Bereich Erneuerbare Energien, beherbergen.

Deutschlandhat von Anbeginn des MASDAR Zukunftprojekts enge Kontakte zu MASDAR gepflegt. Als erste Regierungschefin hatte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am 25. 05. 2010 MASDAR mit seinem Postgraduierten Institut MIST besucht, das im Sept. 2010 seinen regulären Unterrichtsbetrieb aufgenommen hat. Eine Vielzahl hochrangiger Delegationen aus D hat vor Ort konkrete Kontakte geknüpft. MASDAR setzt bei der Verwirklichung seiner ehrgeizigen Pläne vorrangig auch auf dt. Technologien und Zusammenarbeit im Bereich Erneuerbarer Energien.

So hat am 1. November 2010 die Siemens AG sogar entschieden, ihre Hauptniederlassung für Asien und den Mittleren Osten nach MASDAR City zu verlegen. Hierfür hat sie zunächst 12.000 m² an Baufläche im MASDAR Gelände gepachtet mit dem Ziel, dort auf einer Fläche von bis zu 25.000 m² bis 2013 ökologisch zu bauen. Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft MASDAR-Siemens wird Siemens integrierte Technologien baulicher Automation zur Verfügung stellen, die Energienutzung von MASDAR optimieren, indem Siemens u. a. Anwendungen entwickelt, erneuerbare Energien einzuspeisen.

Gegenwärtig sind folgende dt. Firmen an MASDAR Aktivitäten beteiligt: Drei Fraunhofer Institute (Solar, Bauphysik und Arbeitswirtschaft), Deutsche Bank, Siemens AG, E.on, BAYER Material Science, BASF Chemical, BOSCH, SCHOTT Solar, Flabeg, Sulfurcell Solartechnik GmbH, SIC Processing AG, Lahmeyer & Fichtner Consulting, DLR, MAN Turbo, Mirrox (Ausgründung des Fraunhofer Instituts Freiburg), Energy Design Asia (Stuttgart), Transsolar (Stuttgart) sowie die Bauunternehmen Alcan/Novelis, Foiltec (Vector), Energate, Mero und Schüco-Alico.

Seit Okt. 2009 stellt MASDAR Photovoltaik in Thüringen bei Ichtershausen PV-Solarpanele im Dünnschichtverfahren her (Investition: 0,5 Mrd. US$). Zur Energieversorgung von MASDAR City wurde im Juni 2009 ein 10 MW Solarkraftwerk bei Abu Dhabi in Betrieb genommen.